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EKD Pressemitteilung 77/2012

EKD-Sozialexpertin: Wohnviertel sind Schlüssel für
diakonische Arbeit

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epd-Bayern/Soziales/Kirchen/Diakonie/ EKD-Sozialexpertin: Wohnviertel sind Schlüssel für
diakonische Arbeit =

München (epd). Die Stadtteilarbeit ist einer der Schlüssel für die diakonische Arbeit der
Zukunft: «In den Wohnvierteln manifestieren sich die gesellschaftlichen Prozesse der
Vereinzelung und Benachteiligung, von Spaltung und Exklusion», erklärte die Sozialexpertin
Cornelia Coenen-Marx von der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) am
Montagabend bei der Jahrestagung des Bundesverbands evangelischer Stadtmissionen in
München.
«Wir müssen die Kirche wieder neu im Stadtteilbewusstsein verankern», betonte Coenen-
Marx, die in der EKD für sozial- und gesellschaftspolitische Fragen zuständig ist. Kirche und
Diakonie müssten Türen öffnen und Räume anbieten, Milieus überbrücken und
Andockpunkte bieten für Hilfe und Engagement. Wenn sie «mittendrin» seien in Kiez,
Quartier oder Stadtviertel, könnten sie auch Mitverantwortung übernehmen für deren
Entwicklung.
Gemeinden gehörten zu den wenigen Organisationen, die öffentliche Orte zur Verfügung
stellen könnten. Sie seien offener als Schulen, intergenerationell und ohne
Konsumerwartungen an die Besucher. Zudem bildeten sie aufgrund ihrer Geschichte
symbolische Orte innerhalb der Städte. Dieser öffentlichen Bedeutung stünden enge
Bindungen der Menschen gegenüber. In diesem Sinne sei es die Aufgabe von Kirche und
Diakonie, «Lebensweltorientierung und Professionalität, Dienstleistung und Sozialraum» zu
verbinden.
Coenen-Marx forderte die Mitarbeitenden von Kirche und Diakonie dazu auf, sich als
Brückenbauer zu betätigen: «Wir brauchen Dolmetscher zwischen sozialer Arbeit und
Ökonomie, zwischen Bibel und Lebenswelt, zwischen den Religionen - und manchmal auch
ganz einfach zwischen Deutsch und Türkisch.» Es sei wichtig, diakonische und
gemeindepädagogische Berufe weiter zu entwickeln und Haupt- und Ehrenamtliche
fortzubilden. «Es genügt nicht mehr darauf zu setzen, dass Menschen in der kirchlichen
Familie groß geworden sind», sagte
Coenen-Marx. (0853/12.04.2011)

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121049 Apr 11

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