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Diakonie soll sich vor Wirtschaftssprache hüten
epd-Meldung (bep540) 24.05.2011, 13:39h
Soziales / Gesellschaft / Kirchen
Bad Boll (epd). Diakonische Einrichtungen sollten nach Ansicht der Theologin Cornelia Coenen-Marx vom Kirchenamt der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) nicht die Sprache der Wirtschaft übernehmen. Es hinterlasse keinen guten Eindruck, wenn ein diakonisches Unternehmen eine "Erfolgsrechnung" vorlege und gleichzeitig Outsourcing betreibe, sagte Coenen-Marx am Dienstag in der Evangelischen Akademie im baden-württembergischen Bad Boll. "Wir brauchen die Kraft zu einer neuen Sprache, die eine andere als nur die ökonomische Wertorientierung erkennen lässt", sagte sie.
Die Oberkirchenrätin, die im EKD-Kirchenamt das Referat Sozial- und Gesellschaftspolitik leitet, forderte einen angemessenen Rahmen für den Wettbewerb im Sozialsystem. Andernfalls zementierten marktwirtschaftliche und wettbewerbliche Instrumente die Ausgrenzung sozial schwacher, kranker und behinderter Menschen, statt ihre Integration zu fördern. Derzeit bestehe verschärft die Gefahr, Eigenverantwortung gerade denen zuzuweisen, die dazu sozial und ökonomisch am wenigsten in der Lage seien.
Große Chancen für die Diakonie sieht Coenen-Marx in den Kirchengemeinden. Diese böten öffentliche Orte, an denen die Generationen zusammenarbeiteten, an denen nicht Konsumerwartungen vorherrschten und die durch ihre Kontakte und Beziehungen ein hohes Sozialkapital hätten. Dieses Kapital müsse dazu genutzt werden, um Menschen, die ausgeschlossen sind, zur Teilhabe zu befähigen.
Coenen-Marx hielt das Auftaktreferat zur Tagung "Strategische Herausforderungen in der Diakonie", an der auch der Bischof der Evangelischen Landeskirche in Württemberg, Frank Otfried July, und der württembergische Diakoniechef Dieter Kaufmann teilnehmen. Veranstalter sind die Evangelische Akademie Bad Boll und der Arbeitskreis Evangelischer Unternehmer.
epd lbw rks
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